Der Reiterhof/Sita Justus


Ich (Sita Justus) half schon als Kind ich in den Ferien auf einem Ponyhof und ritt ohne angst auf Ponys durch das Gelände, hatte Spaß und machte mir nicht viele Gedanken. Nach der Schule habe ich auf einem Gestüt mit Deck- und Besamungsstation, Zucht, Aufzucht und Pferdeausbildung die Ausbildung zur Pferdewirtin Zucht und Haltung absolviert, ich bekam einen Einblick in die Sportreiterei. Immer wieder viel mir auf das ich Pferde gar nicht wirklich kannte und ich suchte nach antworten, aber ich fand sie nicht. Bis ich auf einer Messe Parellireiter sah die mir genau das zeigten wovon ich träumte und ich spürte das ich den Anfang von einem Weg gefunden hatte, es wurde mein Weg. Seit dem habe ich mich intensiv mit Parelli Natural Horsemanship beschäftigt, viele Kurse besucht und viel gelernt. Irgendwann einmal sagte ich: “Einmal im Leben mit Pat Parelli reiten!!” und ich sage dir, pass auf was was du dir wünschst, es wird in Erfüllung gehen! Denn im August 2014 bekam ich die Möglichkeit in Belgien mit meinem Leo und Pat Parelli zusammen zu lernen. Eine Woche lang saugte ich das Wissen aus der Quelle auf. Es war unbegreiflich toll und ich würde noch einmal gerne mit Pat Parelli reiten!


Es gibt einige Horseman die ich sehr bewundere und die meine Art mit Pferden umzugehen geprägt haben. Natürlich Pat Parelli und seine Instruktoren Adrian Heinen, Berni Zamail, Silke Vallentin, Michael Wanzenried und Walter Gegenschatz. Aber auch Buck Brannemen, Jean-Claude Dysli, H. v. Kuenheim und Philippe Karl. Ich liebe die Arbeit mit Pferden und habe sehr viel Freude beim unterrichten und im Umgang mit Pferden und ihren Menschen. Ich unterrichte in Gruppenstd. auf meinen Schulpferden und gebe Einzelstd. bei mir auf dem Hof, oder bei dir zuhause in deinem Stall mit eigenem Pferd. Immer den Grundlagen des Parelli natural Horsemenship folgend, helfe ich dir bei nahezu jeder Frage/Problematik. Ich freue mich darauf dich und dein Pferd kennen zulernen.

“Umwege machten uns stark”

Der Weg zumReiterhof Justus

Als wir uns überlegten eine eigenen Reitbetrieb zu gründen, hatten wir keine Ahnung was auf uns zukommen würde. Wir stellten uns das so einfach vor: ein paar Pferde, ein bisschen Equipment und los geht es!

Nach einiger Zeit der Pläne und vielen Ideen, war nun die „Lage“ das Wichtigste. „Wo wollen wir denn überhaupt hin?“ Wir sahen uns Höfe in und um Hamburg an. Doch die Preise überstiegen unsere Realität bei weitem. Nach kurzer Ratlosigkeit und mit vielen neuen Ideen war die Entscheidung gefallen, in Boltenhagen, wo meine Mutter einen Laden betrieb, einen Freizeitreiterhof zu gründen. Dort gab es Urlauber und sie geben bekanntlich gerne Geld für tolle Freizeitbeschäftigungen aus! Das war unsere Chance. Auf einem zerfallenen LPG- Gelände zogen wir mit vier Ponys und Mira unserem Hund ein. Dort durften wir kostenlos unsere Pferde unterstellen. Fast alle Scheiben waren zerschlagen, überall lag Schrott, Scherben und Müll. Das sollte nun der Anfang unserer Erfolgsstory sein? Für´s Erste mußte das reichen! Wir fanden eine alte Garage in der Mitte des 5 ha großen Geländes, die uns in Größe und Lage zusagte. Ein Wochenende lang wurde nun geräumt, gefegt und aus Unrat wurden „Zäune“ errichtet, die, wie es sich später herausstellte, keine Hütesicherheit hatten! Schon in der dritten Nacht liefen unsere Pferde durch all diese gefährlichen Gebäude. Glücklicherweise taten sie sich nichts! Unsere Ersparnisse wurden nun in Elektrozaun- material, ein bisschen Hafer und Salzlecksteine investiert! Jetzt waren die Pferde wenigstens sicher! Aber woher sollte Heu und Essen für uns und unseren Hund kommen? Am Ende des Geländes war eine Halle, wo Stroh lagerte. Auseinander gefallene Ballen wurden einfach zur Seite geschoben und durften vergammeln! Da unsere finanzielle Lage sehr angespannt war, sahen wir das als Wink des Himmels und versorgten unsere Pferde mit so viel Stroh, so dass wir teures Heu sparen konnten. Das war ja mal ein Anfang! Aber es musste weiter gehen. Unser Optimismus war groß, unser Vertrauen grenzenlos. Die Zukunft sah toll aus. Wir würden ganz groß herauskommen, das war sicher! Da wir ja noch kein Geld verdienten wohnten wir im Laden meiner Mama, außerhalb der Öffnungszeiten versteht sich! Und die waren im Sommer lang! Aber wir hatten ja viel zu tun. Wir malten Werbeschilder und hängten sie auf, verteilten Flyer, boten Ponyreiten im Kurpark an. Wir mussten ja mal bekannt werden und dafür taten wir alles was in unserer Macht stand. Das alles hielt uns so auf Trab, dass wir ganz übersahen, es gab ja schon einen ähnlichen Betrieb, wie unserer einer werden sollte. Und der Betreiber war überhaupt nicht damit einverstanden, sich mit einer Konkurenz herumzuärgern. Kurzerhand schickte er seine Leute los, all unsere Werbung und Flyer, die wir in Hotels, Ferienwohnungen und Vermittlungszentralen ausgelegt hatten, wieder einzusammeln. Und wir saßen auf unsrer Hochburg des Erfolges und warteten auf Kundschaft! Wir warteten. Jeder weiß, gegen eine über Generationen gewachsene Konkurenz hat unsereins keine Chance! Aber wir waren naiv und ließen uns nun mal nicht so leicht unterkriegen. Es wurden neue Schilder gemalt, Flyer gedruckt und wir warteten von Neuem. Es sollte schon klappen! Doch irgendetwas lief hier absolut schief! Wir wollten arbeiten und es sah so aus, als wenn das nicht funktionieren wollte. Meine Mama wurde unruhig, denn sie hatte sich gedacht, uns für einen Übergang im Laden einquartiert zu haben. Nun machte es den Anschein, als sollten wir für ewig hier festsitzen! Nachdem wir 3-4 mal mit Touristen durch die Pampa geritten waren, war uns dann auch noch klar, dass das sicherlich nicht das war, was wir bis unser Lebensende tun wollten. weil wir Wert auf guten Umgang mit dem Pferd legten, die „Touris“ aber einfach nur Gaudi erwarteten und sich ganz sicher nicht erzählen lassen wollten, wie man das richtig macht. Sie waren missgelaunt und machten keine gute Werbung für uns. Oh ja, das Leben ist nicht leicht.

So verging der Sommer und es änderte sich nichts! Unser Elan schwand und es hätte ein schlechtes Ende genommen, wenn nicht Vassilij mit einer Anzeigenzeitung A-Z und den Worten “stehen da nicht auch Jobs drin?“ angekommen wäre. Wie gut die Idee war in der A-Z zu stöbern, sollten wir erst ein paar Tage später feststellen. In der Rubrik „Tiermarkt“ erweckte eine kurze, unscheinbare Anzeige unsere Aufmerksamkeit! „Nachfolger für Ponyhof gesucht.“ Da stand auch noch eine Hamburger Nummer drunter!

Schnell war ein Termin gemacht, denn er war tatsächlich noch zu haben, der Ponyhof. Ein von der Stadt zu pachtender heruntergekommener Hof, mitten im Meyers-Park in Hamburg-Harburg, mit einem festen Kundenstamm! Was wollten wir mehr? Manchmal werden Träume eben wahr! Einige Ponys konnten wir übernehmen, unsere Zukunft war gesichert. Wochenlang wurde gehämmert, gesägt, gegraben und viel mehr, bis der Hof in unserem Stil, unseren Vorstellungen entsprach.

Die feste Kundschaft war allerdings absolut nicht nach unserem Geschmack. Vierzehnjährige Mädels, die nichts von Pferden und ihrem Wesen verstanden, aber die größte „Klappe“ auf der Welt besaßen und sich nichts sagen lassen wollten. Reitstunde war für sie das stundenlange Galoppieren im Kreis, häufig im Außengalopp, denn davon verstanden sie nichts. Aber sie waren „toll“ und wurden von den Kleineren bewundert.

Man kann sich denken, was geschied, wenn Sita dann sagt: “so, jetzt werden wir erstmal Reiten lernen!“ die Sättel herrunter nimmt (die eh nicht passen) und im Schritt Hufschlagfiguren üben lässt. Dann am Schluss noch ein paar Parelli-Spiele am Boden mit langem Führseil erklärt, das war einfach zuviel!

Die Mädchen waren entsetzt! Die einen ,weil sie ohne Sattel gar nicht reiten konnten und Angst hatten, die meisten aber, weil „die Frau da in der Mitte ja wohl einen an der Klatsche hat und selber gar keinen Plan!“ Der feste Kundenstamm war absolut nicht fest, denn schon nach 14 Tagen waren von den 120 Kindern nur noch 30 da! Aber dreißig, das ist ja gar nicht schlecht für den Anfang!? Wir waren glücklich. So nach und nach kamen andere Reitschüler, die sich über geregelte Reitstunden mit Spaß und Pferdeverstand freuten und wir gaben unser Bestes.

Nach eineinhalb Jahren hatten wir 95 feste Reitschüler, und viele Kinder, die am Wochenende für Ausritte zu uns kamen. Wir investierten. Wir kauften Pferde, Inventar z.B. Pferdeanhänger, Sättel und auf unserem Konto war immer Geld!

Doch mit der Zeit stellte sich ein neues Problem heraus. Sieben Tage die Woche tagein, tagaus immer nur Reituntericht geben wurde irgendwie langweilig, eintönig! Tatsächlich, der Traum zerfiel, denn die Stadt verbot es Berittpferde einzustellen, Übernachtungen im Stall oder Kurse für Gastreiter anzubieten! So wurde doch der Wunsch nach einem eigenen Hof wieder wach! Ja, wir hatten viele Ideen, die nicht realisierbar waren, weil es nicht erlaubt war! Außerdem war ich schwanger! Oh Gott, wie sollte das nur weitergehen? Wir fingen wieder an Höfe anzusehen, Pläne zu schmieden! Doch an der Realität hatte sich nichts geändert! Die Preise waren einfach zu hoch.

Es verging die Zeit mit vielen Besichtigungen, Hoffnungen, Höhen und Tiefen, Diskussionen und der Angst vor der Zukunft mit einem Kind in einer Situation, wo eigentlich kein Platz für eines war! Doch der Himmel hat uns nicht im Stich gelassen und als wir nach vielen sich überschlagenden Ereignissen mit Gefühlsausbrüchen (Verzweiflung, Freude, Wut, Trauer, die Verzweiflung überwog!) wieder zu uns kamen, hatten wir ein kleines Einfamilienhaus mit ein bisschen Land am Rande von Lübeck und in der Nähe einer Waldorfschule gekauft. Unsere inzwischen 25 Ponys standen hier mal wieder in einem improvisierten Auslauf, ohne Stall und Weide. Wir fingen an zu bauen, das wie vielte Mal? Einen Anbindebalken eingraben, eine Sattelkammer einrichten, die Reitbahn abschreiten und abstecken, Futterraufen bauen, all das war nichts Neues für uns. Dennoch ging uns die Arbeit viel leichter von der Hand, denn wir wussten: das bauen wir für uns!!! Und niemand verbietet es! Wir fingen endlich an unseren Traum zu verwirklichen! Anfangs hatten wir keine Kundschaft und niemand hat für uns vorgearbeitet. Wir waren auf uns allein gestellt. Von neuem druckten wir Flyer und malten Schilder – keiner entfernte sie! Schneller als je zuvor kamen Reitschüler und Menschen, die interessiert waren, an der Art wie wir mit Pferden arbeiteten. Wir konnten jede Idee ausprobieren, auch wenn nicht jede erfolgreich war! Aber wir blieben unseren Prinzipien treu und sind stolz darauf. Wir haben zwei Kinder. Inzwischen bieten wir Reitstunden, Ausritte, Wanderritte, Kurse, Ferienwochen, Pferdeausbildung, Kutschfahrten, Hufbeschlag, Ver-ladetraining und vieles mehr an. Wir haben eine Reithalle gebaut, Land gepachtet, einige Einsteller mit ihren Pferden und haben einen festen Kundenstamm. Unsere Arbeit wird uns weder langweilig noch eintönig, wir sind glücklich und dankbar, dass alles so gekommen ist, wie es ist!

Und da kam sie… die Veränderung, die in vielen Fällen alles über den Haufen wirft. Ich trennte mich von Vassilij und seit November 2012 organisiere ich den Hof alleine. Ich sehe mit Freude auf das was noch kommen wird. Auch wenn um mich herum sich Dinge ändern, ich bin hier, denn hier ist mein Zuhause und hier werde ich weiterhin meinen Traum verwirklichen.

Ich schreibe nun schon das Jahr 2017….. seit mehr als vier Jahren lebe ich nun mit meinen drei kindern allein und wir sind glücklich.

Ich habe viele dinge im letzten Jahr umgebaut um den Luxus für die Pferde zu erhöhen und meine arbeit zu erleichtern, schau dir an was ich hier auf die Beine gestellt Habe und besuche mich auf meinem Hof.

“mein Leben ist ein Ponyhof”

Sita Justus